Produktfotografie für Blumen

Der Anspruch an moderne Produktfotografie ist, immer das Gleiche, aber nie das Selbe zu präsentieren. Dies gilt insbesondere für die Blumenfotografie, denn diese ist einfach und schwer zugleich. Blumen sind kein Produkt wie jedes andere, sie sind Zwitterwesen, einerseits lebendig, andererseits eben auch nur ins rechte Licht zu rücken wie jedes andere Produkt auch. Es gilt bei Blumen nicht, den richtigen Moment abzupassen, wie etwa bei der Sport-, Kinder- oder Tierfotografie. Und dennoch besitzen Blumen eine geheimnisvolle Seele, die den Betrachter in ihren Bann zieht und ihn den Alltag vergessen lässt. Schönheit in Vollendung wird in einer Blume offenbart. Ob im Detail einer Knospe oder Blüte, als opulentes Gebinde oder als allumfassender Blütenfarbenrausch beim Anblick einer Wiese oder eines in voller Blüte stehenden Feldes – die Blumenfotografie strebt danach, diese magischen Momente festzuhalten, damit sie der Betrachter auf Papier oder am Bildschirm nachempfinden kann. Ein konkretes Beispiel: Man steht auf einer Blumenwiese, von deren Pracht man berauscht ist. Wer diese nun einfach von oben herab blickend fotografiert, wird vom Ergebnis enttäuscht sein. Es lebt nicht und gibt in keinster Weise den Eindruck wieder, den man von der echten Wiese hatte. Begibt man sich direkt in die Blumenwiese hinein und fotografiert auf Stengel- bzw. Blütenhöhe, eröffnet man den Betrachter eine ganz neue Welt – noch dazu eine, die weit darüber hinaus geht, was man mit dem bloßen Auge wahrnehmen konnte.

Was soll Produktfotografie für Blumen erreichen?

Es gilt, die Blume lebendig zu machen. Wer Blumen anbietet – beispielsweise per Katalog oder in einem Onlineshop für Blumenversand – kann im Gegensatz zum Blumenhändler um die Ecke nämlich nur über das Bild kommunizieren. Eigenschaften wie der berauschende Duft einer Blüte lassen sich nicht auf Papier bannen. Die Optik hingegen schon.

Je nach Kundenwunsch kann man Blumen entweder in freier Natur oder auch im Atelier fotografieren. Als ungünstig in beiden Fälle erweist sich hartes, grelles Licht, welches große Schatten wirft. Ebenfalls wirkt sich die Verwendung von Blitzlicht zumeist (aber nicht immer) ungünstig auf die Blüte aus, da sie dadurch sehr flach wirkt. In gedämpftem Licht wirken Blumenaufnahmen nicht nur harmonischer, sondern auch tiefer. Auch ist es zumeist ungünstig, Blumen direkt von oben zu fotografieren – viele ihrer filigranen Details gehen hier verloren. Dafür laden die ästhetisch ansprechenden Ausformungen von Blüten und Blättern zum Experimentieren, zum Genau Hinschauen an. Durch besondere Blickwinkel und Vergrößerungen kann hier ein überraschender Verfremdungseffekt entstehen, der das Blumenfoto zu einem Kunstwerk aus Linien, Flächen und Farben werden lässt. Bildbände oder Kalender sind ein möglicher Einsatzort solcher Bilder.

Anlässe für die Blumenfotografie

Aber auch zu besonderen alljährlichen Anlässen präsentieren Floristen und Gärtnereien ihre besonderen Gestecke und Gebinde, allen voran zum Muttertag. Weshalb den opulenten Strauß fotografisch nicht einmal in einem Arrangement präsentieren? Beispielsweise in einem Krug im Fenster, daneben ein Stein oder ähnliches – je nachdem, was das Stillleben symbolisieren soll. Und weshalb muss es zu ausgewählten Anlässen wie beispielsweise der Hochzeit eigentlich immer die rote Rose sein? Extravagant – und fotografisch spannender – ist eine einzelne Strelitzie. Und wer sagt, dass diese komplett abgebildet werden muss? Durch interessante Zooms erhält man bildschirmfüllende Blumenfotos mit leicht unscharfem Hintergrund, die auch eine großartige Gruß- oder Einladungskarte abgeben würden.