Modefotografie: Beispiel Streetwear

Zeitgenössische Modefotografie hat oftmals Streetwear zum Thema. Kein Wunder, schließlich ist der urbane Kleidungsstil, der mit einem bestimmten Lifestyle einhergeht, weltweit auf dem Vormarsch. Natürlich produziert auch jedes hippe Stadt- und Fashion-Magazin, das etwas auf sich hält, seine eigene Streetwear-Strecke. Ob Clubwear, Sportswear, Urban Clothing oder Street Fashion – kaum ein Modefotograf kann es sich noch leisten, diese nicht in seinem Portfolio zu haben. Jeder Streetwear Onlineshop erlangt erst durch szenevolle Bilder seinen individuellen Style.

Szenen aus dem Leben

Zwar wird Streetwear auch im Studio „geschossen“, aber aufgrund der höheren Authentizität (Stichwort: Street Credibility) wird zunehmend „on location“ gearbeitet. Immer noch beliebt sind industrielle Surroundings, wie etwa stillgelegte Fabriken. Die Arrangements auf den Streetwearbildern wirken oftmals wie zufällig, als sei der Fotograf Zeuge einer Alltagsszene geworden und hätte schnell einen Schnappschuss gemacht. Models und Statisten werden deshalb gern in einem natürlichen Look zurechtgemacht, was Haar und Make-up betrifft. Letzteres kann gern etwas verschmiert sein, als würde die Protagonistin gerade nach einer langen Clubnacht nach Hause kommen, beispielsweise. Streetwearmotive könnten immer unter dem Motto „Szenen aus dem Leben“ stehen. Der Zuschauer fühlt sich als heimlicher Voyeur eines Lebensstils, den er auch gern hätte. Und zu dem ihm mit dem Kauf der beworbenen Mode verholfen werden soll. Erst durch gelungene Fotos auf der Website oder im Prospekt entsteht ein Bild, das zum Kaufen einlädt, weitere Maßnahmen wie Sales und Gutscheinaktionen,etwa wie bei Frontlineshop oder anderen Onlineshops, sowie gezieltes Marketing, schaffen dann eine durchaus weitere Bekanntheit.

Gewollt unfertig …

Diese wirkt in einer gewollt nicht-gestylten Umgebung natürlich umso stärker. Stellen wir uns als Beispiel eine weitere beliebte Location vor. Das Parkhausdach. Parkhausdächer einer Großstadt üben einen ganz besonderen Reiz aus, und verfügen über interessante Lichtverhältnisse. Ein junges Paar im Streit, er will sie bewegen, ins Auto zu steigen. Im Hintergrund Wolkenkratzer und Baukräne, er bekleidet mit einer Mütze von Cleptomanicx, sie mit einem Kleid von Dept.

… und trotzdem hochprofessionell

Schon mit simplem Equipment kann hier eine ganz besondere Bildsprache entstehen. Mit nur einem Akku-Generator, 2 Blitzköpfen, einem 7″-Reflektor sowie einem Sunbouncer lässt sich an halb-sonnig-halb-wolkigen Tagen eine halb unterkühlte-halb brodelnde Stimmung transportieren. Die Wolken fungieren dabei als eine Art gigantische Softbox, alles wird in ein weiches, diffuses Licht getaucht. Das Motiv wird dabei in einer Distanz von 5 Metern von schräg hinten mit dem 7″-Reflektor aufgehellt. Dem Motiv gegenüber wird der Sunbouncer platziert, um auch dessen andere Seite aufzuhellen. Je näher man den Sunbouncer ans Motiv rückt, desto stärker wird der Schatten aufgehellt. Dies ermöglicht eine Kontrolle über den Kontrast. Mit dem Blitzköpfen muss man experimentieren, um einerseits Unter-, andererseits Überbelichtung zu vermeiden. Viel Spaß beim Ausprobieren!